Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt: Version von 2016

Joachim Klose / Werner J. Patzelt

Die Fortentwicklung des Institutsprojekts im Jahr 2016 

Diese Projektversion gab ihrerseits wohl den Anstoß zur Einstellung von entsprechenden Forschungsmitteln in den Bundeshaushalt. Sie lag in Grundzügen auch jener im Februar 2018 von der Meißener „Hochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege“ eingereichten „Interessenbekundung“ zur BMBF-Ausschreibung eines „Instituts für gesellschaftlichn Zusammenhalt“ zugrunde, mittels welcher die beiden Initiatoren ihr von der TU Dresden leider boykottiertes Projekt weiter verfolgten.

 

[…]

Die Forschungsarbeit des Zentrums vollzieht sich in Einzelprojekten, die sowohl durch einen Forschungsrahmenplan und die Struktur des Zentrums – einesteils Forschungsinstitut, andernteils „Think Tank“ – wechselseitig aufeinander abgestimmt sind als auch im Zeitverlauf kumulativ aufeinander aufbauen. Verantwortlich für die Koordinierung und Weiterentwicklung dieser Forschungsarbeit ist der Direktor des Zentrums.

[…]

Um sicherzustellen, dass einesteils die individuellen Forschungsinteressen der am „Zentrum für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration“ mitwirkenden Wissenschaftler in voranbringende Arbeit umgesetzt werden, andernteils aber diese Forschungsinteressen einander wirklich ergänzen und befruchten, wird für die ersten Jahre der Forschungsarbeit ein Planungsraster von neun Arbeitsbereichen vorgegeben. In ihn fügen sich bereits geplante Projekte ein, und anhand seiner werden solche Aufgabenbereiche des Zentrums kenntlich, die durch neu zu entwickelnde Projekte abzudecken sind. […]

 

Arbeitsbereich 1: Rechtsfragen von Migration, Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt

Aufgabe dieses Arbeitsbereichs ist es,

  • für Deutschland den einschlägigen, sich auch wandelnden Bestand an Rechtsnormen, Rechtsprechung und juristischem Schrifttum zu dokumentieren;
  • internationale Vergleiche zu anderswo gefundenen Rechtslösungen für in Deutschland bestehenden Regelungsbedarf durchzuführen;
  • für alle vom „Zentrum für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration“ zu behandelnden Rechtsfragen den erforderlichen juristischen Sachverstand bereitzuhalten bzw. verfügbar zu machen.

 

Arbeitsbereich 2: Erarbeitung, Zusammenführung und Auswertung (vergleichender) demoskopischer und kulturwissenschaftlicher Befunde zu Migration, Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt

Aufgabe dieses Arbeitsbereichs ist es,

  • die kulturellen Grundlagen – darunter ganz wesentlich: gesellschaftsprägende Werte – nachhaltiger Einwanderungs- und Integrationspolitik und diesbezüglich lernfähiger politischer Systeme zu erkunden;
  • die verfügbaren, durch in ganz Deutschland laufende Forschungsarbeiten kontinuierlich vermehrten demoskopischen Befunde über integrationsrelevante kognitive, affektive und normative Einstellungen in der Aufnahmegesellschaft sowie von Migranten zusammenzutragen und diese Datensammlung aktuell zu halten;
  • dieses Datenmaterial sowohl zielgruppenspezifisch als auch hinsichtlich von Wandlungsprozessen systematisch auszuwerten, um auf diese Weise Grundlagenwissen über die Zustimmungs- und Ablehnungspotentiale einer auf Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt ausgehenden Migrationspolitik bereitzustellen;
  • mit anderen Forschungseinrichtungen bzw. demoskopischen Instituten zum Zweck einer Ergänzung des verfügbaren Datenmaterials zusammenzuarbeiten;
  • Vergleichsanalysen mit aus anderen (Einwanderungs-) Ländern verfügbaren Befunden durchzuführen, um auf diese Weise politisch zu berücksichtigende deutsche Besonderheiten ausfindig zu machen.

 

Arbeitsbereich 3: Migration, Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Medien und sozialen Netzwerken

Aufgabe dieses Arbeitsbereichs ist es,

  • die kognitiven, affektiven und normativen Diskurse zu dokumentieren und auszuwerten, die in den für die innenpolitische Debatte um Migration, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtigen, da reichweitenstarken Massenmedien geführt werden;
  • in sozialen Netzwerken und sonstigen Internetressourcen geführte kognitive, affektive und normative Diskurse zu dokumentieren und auszuwerten, zumal solche in den „Echokammern“ der jeweiligen Befürworter und Gegner konkreter Einwanderungs- und Integrationspolitik;
  • den Zusammenhang von massenmedialer und halböffentlicher bzw. halbprivater Kommunikation im Internet, etwa auf Facebook, mit den demoskopischen Befunden zur realen Meinungs- und Präferenzverteilung in der Aufnahmegesellschaft sowie unter Migranten zu ergründen, um auf diese Weise Grundlagenwissen für die Erarbeitung aussichtsreicher Handlungsprogramme zur Sicherung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt bereitzustellen.

 

Arbeitsbereich 4: Demographische und siedlungsgeographische Aspekte von Migration, Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt

Aufgabe dieses Arbeitsbereichs ist es,

  • Befunde zur demographischen Entwicklung unserer Einwanderungsgesellschaft sowohl mit Blick auf die Aufnahmegesellschaft als auch auf die Migranten zusammenzutragen, aktuell zu halten und im Hinblick auf innenpolitische Zielsetzungen auszuwerten;
  • Befunde zur siedlungsgeographischen Entwicklung unserer Einwanderungsgesellschaft sowohl mit Blick auf die Aufnahmegesellschaft als auch auf die Migranten zusammenzutragen, aktuell zu halten und im Hinblick auf innenpolitische Zielsetzungen auszuwerten;
  • einschlägige, für konkrete Politikvorhaben erkenntnisträchtige Vergleiche mit anderen, deutlich von Zuwanderung geprägten Gesellschaften durchzuführen;
  • Grundlagenwissen für konkrete wirtschafts-, sozial- und kulturpolitische Handlungsprogramme zur Sicherung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt bereitzustellen.

 

Arbeitsbereich 5: Wirtschafts- und sozialpolitische Aspekte von Migration, Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt

Aufgabe dieses Arbeitsbereichs ist es,

  • gerade im Zusammenwirken mit Praktikern aus Wirtschaft und Wirtschaftspolitik Befunde zu den wirtschaftspolitischen Herausforderungen und Chancen, Handlungsbedarfen und Problemlösungsmöglichkeiten im Bereich der Zuwanderung- und Integrationspolitik zusammenzutragen, aktuell zu halten und im Hinblick auf innenpolitische Zielsetzungen auszuwerten;
  • gerade im Zusammenwirken mit Praktikern aus Zivilgesellschaft und Gesellschaftspolitik Befunde zu den sozialpolitischen Herausforderungen und Chancen, Handlungsbedarfen und Problemlösungsmöglichkeiten im Bereich der Zuwanderung- und Integrationspolitik zusammenzutragen, aktuell zu halten und im Hinblick auf innenpolitische Zielsetzungen auszuwerten;
  • einschlägige, für konkrete Politikvorhaben erkenntnisträchtige Vergleiche mit anderen, deutlich von Zuwanderung geprägten Gesellschaften durchzuführen;
  • bereits laufende oder Vorgeschlagene wirtschafts- und sozialpolitische Handlungsprogramme zur Sicherung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt auf der Grundlage solchen Wissens zu evaluieren in Teilen neu zu entwickeln.

 

Arbeitsbereich 6: Soziokulturelle Aspekte von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt

Aufgabe dieses Arbeitsbereichs ist es,

  • gerade im Zusammenwirken mit Praktikern aus Zivilgesellschaft und Bildungspolitik Befunde zu jenen soziokulturellen Herausforderungen und Chancen, Handlungsbedarfen und Problemlösungsmöglichkeiten zusammenzutragen, aktuell zu halten und auszuwerten, die mit der Zuwanderung nach Deutschland einhergehen;
  • Phänomene einer empfundenen oder tatsächlichen Entheimatung von Angehörigen der Aufnahmegesellschaft, mitsamt den hieraus resultierenden Reaktionsmustern (einschließlich einerseits von Protestverhalten, andererseits von Forderungen nach „aufgeklärtem Patriotismus“), zu erfassen und zu untersuchen;
  • Konflikte zwischen einzelnen Teilen der Aufnahmegesellschaft sowie einzelnen Gruppen von Migranten zu beschreiben, zu erklären und mit tragfähigen Ratschlägen zum Konfliktmanagement zur Konfliktprävention zu versehen;
  • einschlägige, für konkrete Politikvorhaben erkenntnisträchtige Vergleiche mit anderen, deutlich von Zuwanderung geprägten Gesellschaften durchzuführen;
  • bereits laufende oder geplante Handlungsprogramme zur Sicherung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt angesichts soziokultureller Probleme auf der Grundlage solchen Wissens zu evaluieren in Teilen neu zu entwickeln.

 

Arbeitsbereich 7: Religiöse Aspekte von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt

Aufgabe dieses Arbeitsbereichs ist es,

  • im Zusammenwirken mit Praktikern aus Zivilgesellschaft und Glaubensgemeinschaften Befunde zu jenen Herausforderungen und Chancen, Handlungsbedarfen und Problemlösungsmöglichkeiten zusammenzutragen, aktuell zu halten und auszuwerten, die (etwa hinsichtlich der weltanschaulichen Neutralität des Staates sowie der eine freiheitliche demokratische Grundordnung tragenden Zivilreligion) mit der Zuwanderung insbesondere von Muslimen nach Deutschland einhergehen;
  • in Sonderheit die Auswirkungen der Zuwanderung und Integration von Muslimen auf alltagspraktische und (zivil-) religiöse Selbstverständlichkeiten der Aufnahmegesellschaft zu untersuchen (u.a. beim Zusammentreffen einer „postreligiösen“ Gesellschaft mit einer für sich Respekt einfordernden Religion);
  • die in der Aufnahmegesellschaft sich zeigenden Reaktionsmuster auf die Präsenz von Muslimen zu erkunden und zu erklären (etwa vom allgemeinen kulturalistischen Rassismus bis hin zur speziellen Islamophobie);
  • einschlägige, für konkrete Politikvorhaben erkenntnisträchtige Vergleiche mit anderen, deutlich von muslimischer Zuwanderung geprägten Gesellschaften durchzuführen;
  • bereits laufende oder geplante Handlungsprogramme zur Sicherung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt angesichts von Problemen bei der Integration der muslimischen Minderheit auf der Grundlage solchen Wissens zu evaluieren in Teilen neu zu entwickeln.

 

Arbeitsbereich 8: Zivilgesellschaftliche Projekte zur Herbeiführung von Integration und zur Sicherung gesellschaftlichen Zusammenhalts

Aufgabe dieses Arbeitsbereichs ist es,

  • einen weitgefassten Überblick zu den in Deutschland laufenden zivilgesellschaftlichen Projekten zur Herbeiführung von Integration und Sicherung gesellschaftlichen Zusammenhalts zu schaffen und aktuell zu halten;
  • in Fallstudien und vergleichenden Untersuchungen ausgewählter zivilgesellschaftlicher Projekte deren Gelingensvoraussetzungen bzw. Misslingensbedingungen zu erkunden, Wirkungsanalysen durchzuführen, Stärken und Schwächen zu evaluieren sowie eine Liste von „best practice“-Beispielen zu erarbeiten, denen mit Erfolgsaussichten gefolgt werden könnte;
  • einschlägige, für konkrete Politikvorhaben erkenntnisträchtige Vergleiche mit zivilgesellschaftlichen Projekten zur Herbeiführung von Integration und Sicherung gesellschaftlichen Zusammenhalts anderen Ländern durchzuführen;
  • auf der Grundlage solchen Wissens neue zivilgesellschaftliche Handlungsprogramme zur Sicherung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt zu entwickeln.

 

Arbeitsbereich 9: Politikprogramme zur Herbeiführung von Integration und zur Sicherung gesellschaftlichen Zusammenhalts

Aufgabe dieses Arbeitsbereichs ist es,

  • einen Überblick zu den in Deutschland von Parteien und zivilgesellschlichen Vereinigungen entworfenen Politikprogrammen zur Herbeiführung von Integration und Sicherung gesellschaftlichen Zusammenhalts zu schaffen und aktuell zu halten;
  • einschlägige, für konkrete Politikvorhaben erkenntnisträchtige Vergleiche von Politikprogrammen zur Herbeiführung von Integration und Sicherung gesellschaftlichen Zusammenhalts in anderen Ländern durchzuführen;
  • in Fallstudien und vergleichenden Untersuchungen zu praktischen Umsetzungsversuchen solcher Politikprogramme deren Gelingensvoraussetzungen bzw. Misslingensbedingungen zu erkunden, Wirkungsanalysen durchzuführen und Stärken sowie Schwächen zu evaluieren, um auf diese Weise dem politischen Diskurs wissenschaftliche Rationalitätspotentiale zu erschließen
  • auf der Grundlage solchen Wissens neue Politikprogramme zur Sicherung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt neu zu entwickeln.

[…]

 

Das „Zentrum für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration“ als „Think Tank“

Das Ziel besteht darin, das „Zentrum für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration“ zu einer weithin bekannten und kompetenten Anlaufstelle für alle – auch journalistischen – Nachfragen nach praktischer und wissenschaftlicher Kompetenz beim Umgang mit den Chancen und Herausforderungen des Zusammenhalts unserer multikulturellen und multiethnischen Gesellschaft zu machen. Es soll also zu einem – gerade auch auf eigene Forschungsarbeit gestützten – „Think Tank“ werden und als solcher mit anderen Einrichtungen gleicher Zielrichtung im In- und Ausland kooperieren.

 

1. Leitgedanken

Das „Zentrum für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration“ soll – mittels dafür geeigneter Projekte – Praktiker aus Verwaltung und Politik, Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen, Wissenschaftler sowie an einer inhaltlichen Mitarbeit interessierte Einzelne teils themenbezogen, teils projektbezogen miteinander vernetzen, einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zwischen ihnen organisieren und auf diese Weise nicht nur wissenschaftliche Kommunikation organisieren, sondern auch ganz praktische Wirkungen entfalten. Dem sollen Modellprojekte, kommunen- und sozialraumspezifische Adaptionen von Best Practice-Projekten sowie Verfahrensverbesserungen dienen, die sich aus den Arbeitstagungen des Zentrums ergeben. Bei alledem soll besonderes Augenmerk auf die Ressourcen gesellschaftlicher Beteiligung und auf eine möglichst wirkungsvolle Förderung und Entwicklung demokratischer Legitimationsmöglichkeiten gerichtet werden. Gerade auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und zu schaffenden Möglichkeiten besseren gesellschaftlichen Zusammenhalts sollen erkundet werden, damit konkrete Ratschläge für Legislative, Exekutive und Zivilgesellschaft möglich werden.

Das „Zentrum für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration“ soll im Vollzug seiner Arbeit auch eigene Vorschläge zum besseren Zusammenhalt unserer teils schon entstandenen, teils weiter entstehenden multikulturellen und multiethnischen Einwanderergesellschaft erarbeiten, zur Diskussion stellen, popularisieren und in konkrete zivilgesellschaftliche oder politische Projekte einbringen.

Das „Zentrum für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration“ soll durch seine ganz besondere Verbindung von wissenschaftlicher Qualitätssicherung, Praxisrelevanz und Öffentlichkeitsorientierung einen nachhaltig wirksamen Beitrag zur Behebung der Störungen in jenen Kommunikations-, Informations- und Diskussionsprozessen erbringen, die mit dem Wandel Deutschlands zu einer Einwanderungsgesellschaft sowie mit der Entwicklung einer wirkungsvollen Politik gesellschaftlichen Zusammenhalts einhergehen.

Entlang diesem Aufgabenprofil arbeitend, wird das „Zentrum für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration“ in der Lage sein, mit seinen Beratungsstrukturen diejenigen zu unterstützen, die sich vor Ort für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratie einsetzen. Denn zum einen orientiert sich die inhaltliche Analyse an Problemfeldern, die in der politischen Praxis auftauchen und bei denen das Zentrum deshalb als „kommunalpolitischer Dienstleister“ fungieren kann; und zum anderen wird das Zentrum politische Praktiker, zivilgesellschaftliche Akteure und einschlägig sachkundige Wissenschaftler miteinander vernetzen. Auf diese Weise wird das „Zentrum für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration“  auch das zivilgesellschaftliche Engagement fördern, die demokratischen Gegenkräfte gegen populistische oder gar extremistische Polarisierungsversuche in der gegenwärtigen Transformationskrise unserer Einwanderungsgesellschaft stärken und bei alledem in vielfacher Weise auch der politischen Bildungsarbeit dienen. Binnen kurzem könnte das „Zentrum für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ solchermaßen zu einem praxisnahen „Demokratiezentrum“ werden, und zwar mit Wirkung gerade auch in den ländlichen Raum hinein.

 

2. Die Struktur des „Think Tank“

Über fünf Praxisprojekte lassen sich diese Zielsetzungen verwirklichen:

Praxisprojekt 1: Wissenschaftskolleg. Aufgabe dieses Praxisprojekts ist es, über einen Zeitraum von jeweils neun Monaten einer begrenzten Anzahl von Wissenschaftlern ein Stipendium zur Verfügung zu stellen, um in den Räumen des ZGZI an einem Forschungsgegenstand des Instituts zu arbeiten. […]

Praxisprojekt 2: Sommerschulen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und seinen Voraussetzungen. Aufgabe dieses Praxisprojekts ist es, jährlich mindestens eine „Sommerschule zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und seinen Voraussetzungen“ […] durchzuführen. Ziel jeder Sommerschule ist die systematische Durcharbeitung eines komplexen Themenfeldes von gesellschaftlichem Zusammenhalt und Integration, bei dem das Wissen und die Erfahrungen von Wissenschaftlern und Praktikern mit der Neugier, kritischen Distanz und themenbezogenen Rechercheleistung von interessierten jüngeren oder älteren Teilnehmern zusammengebracht werden.

Praxisprojekt 3: „Kommunale Task-Force“ zum fallweisen Einsatz bei lokalen oder regionalen Integrationsproblemen. Aufgabe dieses Praxisprojekts ist es, Personalressourcen und Sachkompetenz für jene Fälle aufzubauen, bereitzuhalten und auf Anfrage zur Verfügung zu stellen, in denen vor Ort Schwierigkeiten mit der Sicherung von gesellschaftlichem Zusammenhalt und Integration auftreten (etwa: Proteste gegen die Aufnahme von Migranten, Konflikte zwischen Teilen der Aufnahmegesellschaft und Zuwanderern …), weswegen Analyse und Mediation „von außen“ hilfreich wäre.

Praxisprojekt 4: Fokusgruppen zu fallübergreifenden Problemen gesellschaftlichen Zusammenhalts. Aufgabe dieses Praxisprojekts ist es, […] interdisziplinäre Fokusgruppen von Wissenschaftlern und Praktikern aus ganz Deutschland, ggf. auch aus dem Ausland, zu den folgenden, für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration dauerhaft wichtigen Themenbereichen aufzubauen und zu jährlich mindestens einer Arbeitstagung zu versammeln: Migration und Integration; Werte und Religion; Medien und interkulturelle Kommunikation; Heimat und Integration; Wirtschaft und Familie; Recht und Sicherheit; soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

Praxisprojekt 5: „Vernetzungsmodul“. Aufgabe dieses Praxisprojekt ist es, verlässliche Netzwerke in den politischen und vorpolitischen Raum hinein aufzubauen sowie diese durch regelmäßige Gesprächsrunden, gemeinsame Tagungen oder Abstellungen von Referenten auf Konferenzen lebendig zu erhalten (v.a.: parteinahe Stiftungen; gesellschaftspolitisch tätige Akademien und Bildungswerke; einschlägige Universitätseinrichtungen oder Forschungsinstitute im In- und Ausland). Ziel ist es, auf diese Weise einen ständigen Zwei-Wege-Informationsfluss zwischen Wissenschaft und Praxis sicherzustellen.

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Um zu zeigen wie es mit dem Institutsprojekt insgesamt vonstatten ging, findet sich die „Verhinderungsgeschichte“ des Instituts sowie die Weiterentwicklung des Gesamtvorhabens dokumentiert in den folgenden, verlinkten Texten:

 

Bildquelle: https://media1.faz.net/ppmedia/aktuell/politik/2488896347/1.4286965/article_multimedia_overview/pegida-erklaerer-der.jpg