Voreingenommenheit macht blind

Wie gut, dass ich meinen Blog wieder nutzen kann! Sonst müsste ich hier einen allzu langen Text schreiben, um das nachstehende bzw. das Titelbild abgebende Kunstwerk von der Facebook-Seite von „Der rechte Rand“ angemessen zu würdigen (Originalquelle: https://www.facebook.com/DERRECHTERAND/).

Worum geht es?

Ich habe einesteils in Antwort auf Journalistenfragen, andernteils auf meinem Blog einige  Methodenkritik an der jüngst erschienen Rechtsextremismus-Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung vorgetragen (siehe http://wjpatzelt.de/2017/05/25/zur-neuen-goettinger-rechtsextremimus-studie/).

Den Autoren von „Der rechte Rand“ missfiel nun nicht allein, wie das ganz legitim ist, überhaupt mancherlei Kritik an jener Studie, sondern insbesondere die von mir vorgebrachte Kritik. Die nämlich sei, nach ihrer Ansicht, schwer überhörbar. Doch anscheinend ohne eigene Lektüre meines kritischen Textes bzw. mangels verfügbarer Kompetenz, sich mit ihm inhaltlich auseinanderzusetzen, taten sie so, als erübrige der Verweis auf Artikel, die ich auf Bitten der „Jungen Freiheit“ für jene Wochenzeitung zu schreiben pflege, auch schon eine inhaltliche Einlassung zur kritisierten Sache.

Eben das drückt die sowohl oben als auch unten wiedergegebene, durchaus hübsche Bildkomposition aus. Im Text auf der FB-Seite des „Rechten Randes“ liest man zu ihr:

„#JF-Autor als Kritiker der Göttinger Rechtsextremismus-Studie?

Seit Tagen kritisieren WELT, Bild und eine Reihe von #CDU-PolitikerInnen eine Studie des Göttinger Institut für Demokratieforschung zu #Rassimus, #Neonazismus und der extremen Rechten in Ostdeutschland. Sie stützen sich unter anderem auf verleumderische Behauptungen eines rechten Webblogs: „Diese Politiker glauben Wissenschaftlern weniger als den rechten Verschwörungstheoretikern aus dem Internet. Das ist tragisch“, meint einer der Autoren der Studie bei ZEIT ONLINE (http://www.zeit.de/…/rechtsextremismus-studie-verschwoerung…). Auch die Anmerkungen anderer KritikerInnen aus Medien und Wissenschaft wurden entkräftet – doch die Kampagne gegen die Studie geht weiter.

Ein Lautsprecher gegen die Studie „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland“ (http://www.demokratie-goettingen.de/…/studie-rechtsextremis…) ist Professor Werner #Patzelt, bekannt als #Extremismus-Theoretiker, sächsischer #Pegida-Versteher und erst in diesen Tagen erneut als Autor der neu-rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“. #FindeDenFehler #NeueRechte #SächsischeVerhältnisse #SachsenCDU.“

Schade nur, dass man den so vorwurfsvoll kritisierten Kommentar aus der „Jungen Freiheit“ zur SPD-Programmdiskussion offenbar ebenso wenig gelesen oder gar verstanden hat wie meine Methodenkritik. Deshalb sei dieser Text hier zum Nachlesen wiedergegeben:

„Hochmut kommt vor dem Fall. Das gilt auch für jene programmatische Selbstgerechtigkeit der SPD, die hinter Schulzens Abstieg steht. Immer ist man fürs alternativlos Anständige, konkurrenzlos Gute, einzig Richtige – von sozialer Gerechtigkeit über „Refugees welcome“ bis zum Widerstand gegen schwarze Law-and-Order-Obsessionen. Wie toll!

Dann wirkt das Grenznutzen-Gesetz: Auch mehr vom Bewährten bringt keine weitere Rendite. Und man läuft man gegen die Wand wirklicher Probleme: Wie setzt man Gerechtigkeit für deutsche Arbeiter ins richtige Verhältnis mit der zu Eurokrisenländern und zuwandernden jungen Männern? Was ist schlecht an „Recht und Ordnung“, wenn gerade einfache Leute die innere Sicherheit als brüchig empfinden?

Es gelingt eben nicht, zwei Herren zu dienen: den ehrsamen Schlechtergestellten von der alten SPD-Klientel, und salonsozialistischen Gutmenschen ohne echte Sorgen. Letztere gewannen allzu oft bei Programmdebatten – und erstere liefen nun zur AfD davon. Also klingt es jetzt beim Thema „Innere Sicherheit“ stark nach CDU, während PEGIDA die Passagen zur Zuwanderungspolitik bejubelt hätte, wären sie schon im Winter 2014/15 vertreten worden. „Zu spät“ ist eben auch daneben.“

Und nun kläre ein/e jede/r (!) für sich selbst, welchen Hinweis dieser Kommentar zu derzeitigen SPD-Problemen, den gewiss Zehntausende von Sozialdemokraten unterschreiben würden, auf irgendwelche Unbegründetheit meiner Methodenkritik an der Göttinger Studie gibt.

Na, fällt der Groschen?

Eben! Zwei Luftnummern ergeben gemeinsam immer noch kein stimmiges Argument. Ob wohl Hoffnung besteht, dass die Kameraden von der anderen Feldpostnummer wohl je aufs angemessene intellektuelle Niveau gelangen? Hoffen wir’s!