PEGIDA: Einschätzungen im Rückblick

Drei Jahre ist es nun her, dass Dresdens PEGIDA bundesweites Aufsehen erregte. In dessen Verlauf wurde der deutsche Rechtspopulismus mitsamt seinen Themen zum unübersehbaren Gegenstand unserer politischen Diskurse. Inzwischen hat er, unter dem Namen AfD, es auch in den Bundestag geschafft. Und weil sich von Anfang an abzeichnete, ja seit dem Sommer 2015 auch für jedermann (und für jede Frau) klar erkennbar wurde, dass PEGIDA und die AfD zwei Seiten derselben Medaille sind, lässt sich sogar formulieren: Es gelang da eine Art „Karriereaufstieg“ von der Dresdner Regionalbühne auf die nationale Bühne des gesamtdeutschen Parlaments.

Was besagt das wohl über die Tauglichkeit der so engagementwillig angewendeten Gegenstrategien zu PEGIDA, zumal des Gegendemonstrierens und Ausgrenzens, des für dumm Erklärens oder Sich-lustig-Machens? Und was lehrt dieses Fiasko gar über die politische Urteilskraft derer, die eben solche Strategien wie alternativlos empfahlen? Jedenfalls lässt sich nun, den inzwischen eingetretenen Werdegang des PEGIDA/AfD-Komplexes vor Augen, klarer denn je erkennen, welche anfänglichen Analysen von PEGIDA das zu erklärende Phänomen zutreffend, welche anderen aber nur unzulänglich oder schlicht irrig erfasst haben.

Für mich nehme ich in Anspruch, von Beginn an das sich Ereignende tatsachengemäß und hinsichtlich seiner realen Dimension korrekt eingeschätzt zu haben, nämlich so: PEGIDA war der Dresden-spezifische Ausbruch jenes deutschland- und europaweiten Rechtspopulismus, den der – im Kern völlig richtige, hinsichtlich des von ihm ausgelösten Verhaltens aber oft sehr kontraproduktive – bundesdeutsche Anti-Rechts-Konsens nur solange verhindern konnte, wie nicht-linke und nicht-mittige Bürgerinnen oder Bürger ihr Vertrauen noch in die Unionsparteien setzen wollten. Verharmlost hat hingegen PEGIDA & Co., wer in jenen Protestveranstaltungen bloß ein je lokales Geschehen zu sehen glaubte, dem man mit gutgemeinten Gegenprotesten oder verachtungsvoller Ausgrenzung wirksam entgegentreten könne.

Nachträgliche Deutungen früherer Aussagen können irreführend sein. Deshalb sollte man sie kritisch mit den tatsächlichen Behauptungen von einst vergleichen können. Um das zu ermöglichen, stelle ich  nachstehend jene meiner Interviews und Vorträge aus den Monaten zwischen Anfang Dezember 2014 und Mitte März 2015 zusammen, die weiterhin als Internetvideos fassbar sind und somit ohne jegliche Manipulationsmöglichkeit belegen, was ich damals wirklich über PEGIDA sagte – und somit zu einer Zeit, als noch nicht das große Migrationsgeschehen vom Herbst 2015 samt seinen Folgen unsere öffentliche Debatte sowie das Nachdenken über vielerlei Entwicklungen zu beeinflussen begann, die einst von PEGIDA-Demonstranten thematisiert worden waren.

Das alles im Ohr, erkenne ich keinen Grund, irgendeine meiner damaligen Aussagen für sachlich widerlegt zu halten – abgesehen von einer kurzzeitigen Vorhersage nach Spaltung des Organisatorenteams gegen Ende Januars 2015, PEGIDA werde nun sein rasches Ende finden. Da hatte der Wunsch, endlich auch einmal mit der Mainstream-Einschätzung von PEGIDA übereinzustimmen, wohl zeitweise meinen Tatsachenblick getrübt. Erst recht aber empfehle ich das Nachdenken über die Urteilskraft meiner damaligen Kritiker, auch über deren Motive – und insbesondere über die Ursachen ihres Verstummens. Vielleicht verstehen sie ja inzwischen, worum es bei PEGIDA wirklich ging, und weshalb die AfD als PEGIDA-Partei – wenigstens einstweilen – so erfolgreich wurde. Und ironischerweise findet sich alles Wesentliche zur Gesamtentwicklung des PEGIDA/AfD-Komplexes bereits in meinem ersten TV-Interview zu PEGIDA, das sich noch auffinden lässt: dem vom 2. Dezember 2014 im MDR-Sachsenspiegel.

Hier folgt also, mit den entsprechenden Links, die Liste meiner als Videos festgehaltenen Originalaussagen zu PEGIDA aus den Anfangswochen dieser so folgenreichen Protestbewegung. Im Anschluss daran findet sich auch noch eine Auflistung meiner in Zeitungen und Zeitschriften erschienenen Aussagen über PEGIDA. Es muss also niemand tun, was ein drohfreudiger Kritiker einmal mit den Worten ankündigte, er werde – um mich des „Pegidismus“ zu überführen – einfach „in alten Zeitungen kramen“. Na, dann mal frohes Gewinnen oder Vermehren zutreffender Einsichten!

PS: Eine Darstellung jener Verleumdungskette, die aus politisch motivierter Falschdarstellung meiner tatsächlichen Aussagen zu PEGIDA am Schluss einen Brandanschlag auf meinen Wagen werden ließ, findet sich unter dem folgenden Link: http://wjpatzelt.de/2017/04/09/pegida-und-wie-ein-auto-ins-brennen-kam/

 

 

a) Videolinks

 

b) Interviews und Namensartikel in Zeitungen und Zeitschriften

 

Bildquelle: https://www.google.de/search?q=PEGIDA&rlz=1C1NIKB_deDE570DE570&tbm=isch&source=lnt&tbs=isz:l&sa=X&ved=0ahUKEwjvlqiuhIPYAhWBXRQKHe3YBmsQpwUIHg&biw=1184&bih=700&dpr=1.25#imgrc=r6EtGetsl7L_ZM: