Die CDU in der Falle

Friedrich v. Schiller ist inzwischen aus der Mode. Trotzdem bleiben einige seiner Sätze richtig. Das zeigt etwa ein Blick auf die Lage der CDU und ihrer – nicht nur sächsischen – Koalitionspartner.

Beim Blick auf die erfolgreiche Minderheitsregierung Bodo Ramelows erkennt man die Richtigkeit der folgenden Sentenz aus dem „Wilhelm Tell“ (wenn ich mich recht erinnerte): „Der Starke ist am mächtigsten allein“. Beim sächsischen Ministerpräsidenten kann man ähnliche Gestaltungsmacht nicht ausmachen.

Hingegen erkennt man beim Blick auf die Koalitionspartner der Sachsenunion, wie richtig Schillers Satz aus dem gleichen Theaterstück ist: „Vereint sind auch die Schwachen mächtig“. Solche Macht der hat den – ausweislich ihrer sächsischen Wahlergebnisse – Schwachen aber hat niemand anderes verliehen als eine CDU, die nicht mutig genug war für Ramelows späteren, nach seiner Abwahl durch die AfD eingeschlagenen Weg.

Als Ergebnis dieser der eigenen Kraft nicht länger vertrauenden Entscheidung sitzt die CDU jetzt in der Falle zwischen Grünen und der AfD. Was diese These meint und wie ich sie begründe, findet sich im nachstehend verlinkten Video (https://www.youtube.com/watch?v=qDQ5aLv64xs&feature=youtu.be). Es zeigt ein Referat (samt Diskussion), das ich am 8. Oktober auf derer Jahresmitgliederversammlung der sächsischen WerteUnion gehalten habe.

Ihm könnte man noch den folgenden Satz aus den „Epistulae morales“ des römischen Intellektuellen Seneca anfügen (1-65 n. Chr.): „Sera parsimonia in fundo est“. Anlassbezogen verdeutscht heißt er: Wer mit dem klugen Einsatz seiner Kräfte zu spät beginnt, hat eine ziemlich schlechte Ausgangsposition. Schade, dass es mit der CDU nicht besser gekommen ist. (Ich werde sie aber gerade deshalb nicht im Stich lassen.)

PS: Die Hintergrundgeräusche ergeben sich daraus, dass die Veranstaltung neben der Gaststätte eines Hotels stattfand und das einzige aufzeichnende Mikrofon natürlich auch die Aktivitäten im Nebenraum aufnahm.