Gutachten für die AfD

Wer ein wenig nach der Berichterstattung über „Patzelt und die AfD“ googelt, der wird finden: Kaum einer der berichtenden Journalisten scheint zur Kenntnis genommen zu haben, was ich denn wirklich – leicht über die Links auf meinem Blogbeitrag http://wjpatzelt.de/2019/01/15/patzelt-und-die-afd-gutachten-vortraege-publikationen/ auffindbar – der AfD in meinen Gutachten und Vorträgen ins Stammbuch geschrieben habe.

Das war nämlich: Trennt Euch von Rassisten und Antisemiten, haltet Euch und Eure Anhänger vom Extremismus fern, macht Euch keine falschen Vorstellungen von direkter Demokratie – und übt Eure Oppositionsrolle gemäß den Spielregeln parlamentarischer Demokratie aus!

Man versteht durchaus, warum anscheinend kein sich äußernder Journalist oder Forist diese Inhalte meines beratenden Umgangs mit der AfD zur Kenntnis genommen hat oder davon schreibt. Aus ihnen ließe sich nämlich keinerlei Kritik an mir ableiten. Vielmehr müsste man loben, und sei es widerwillig, dass ich mich tatsächlich an meine Forderung zum richtigen Umgang mit dem Populismus halte: Man muss ihm – neben vernünftiger, programmatisch klar durchdachter Politik – einesteils „Volkspädagogik“ entgegensetzen, andernteils den „kommunikativen Nahkampf“.

Derzeit aber geht es medial nicht um vernünftiges politisches Debattieren, sondern um Hilfestellungen zum Polemisieren. Ich habe zwar nichts dagegen, wenn meine Kritiker sich dabei intellektuell und menschlich blamieren. Müssen sie auf dieses peinliche Ergebnis aber wirklich mit so viel Energie ausgehen, die sich doch für Besseres nutzen ließe – etwa: für einen tatsachenorientierten, vernunftgeleiteten Diskurs ohne Erregungsschaum vor dem Mund?