CDU runter, AfD rauf. Warum?

CDU runter, AfD rauf. Warum?

Unter dem Titel „Original und Fälschung“ erschien als meine zweiwöchentliche Kolumne am 29. September 2017 auf S. 15 der „Sächsischen Zeitung“ eine grimmige Erklärung des Niedergangs der CDU und des Aufstiegs der AfD. Die noch grimmigere, nämlich ganz sarkastische Fassung dieser Erklärung hatte ich auf diesem Blog bereits unter dem Titel „Lob der politischen Torheit“ veröffentlicht (https://wjpatzelt.de/2017/09/26/lob-der-politischen-torheit/).

Eine heftige und – wie mir scheint – ganz widersinnige Ausdeutung der Kolumne vom 29. September gab es unlängst an folgender Stelle: http://campusrauschen.de/2017/10/04/campuskolumne-38/. Meine Diskussion mit dem Verfasser findet sich mit Datum vom 4. Oktober 2017 auf meiner Facebook-Seite (https://www.facebook.com/WJPatzelt/).

Und damit sich nun jeder selbst ein Bild von diesem Text machen kann, sei er nachstehend wiedergegeben:

 

Hochmut kommt vor dem Fall. So erlebt das jetzt die gedemütigte Sachsenunion. Mitleid nach der Wahlkatastrophe ist unangebracht. Längst und dutzendfach wurde in Interviews, Zeitungsartikeln und internen Gesprächen den Parteigranden erklärt, welche Fehler ihre Partei machte und wie notwendige Kurskorrekturen aussähen. Wer nicht hören will, muss eben fühlen.

Jeder nüchterne Spielbeobachter konnte die strategischen Fehler der schwarzen Mannschaft erkennen. Wenn man auf dem Fußballfeld den Raum am rechten Flügel nicht kontrolliert, können dort die anderen leicht angreifen. Wenn man den Nahkampf mit dem Gegner meidet, weil – sozusagen – Ronaldo einen Drittligastürmer nicht durch Körperkontakt „salonfähig machen“ soll, dann schießen auch Rumpelfußballer ein Tor. Wenn man durch arrogantes Torwartspiel den Kasten freigibt (Eurorettung, Zuwanderung, Preisgabe der im Land länger schon bestehenden Kultur, jeweils alternativlos), dann landen auch miserable Schüsse im Netz. Und wenn man ein Match nicht durch Anstrengung auf dem Platz, sondern durch Beschimpfen des Gegners zu gewinnen versucht, dann verliert man eben.

Neunmalkluge wollen das immer noch nicht glauben. Gerade die am weitesten rechts stehenden Landesparteien der Union – Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg – haben besonders stark an die AfD verloren; also, glauben sie, ist die Besetzung der rechten Spielfeldhälfte doch gewiss keine Siegstrategie! Was aber, wenn genau das merkelgefällig-bequeme Abrücken nach Mitte-Links vom bewährten sozialkonservativen Kurs sehr viele einst treue, doch eben nicht-mittige Wähler so sehr empört hat, dass sie ein trotziges Denkzettel-Kreuz bei der AfD setzten?

Ebenso neunmalklug: Wer zwischen Original und Kopie wählen könne, stimme für das Original – also für die AfD! Wie gedankenlos muss man sein, um die junge AfD für das Original und die jahrzehntealten Unionsparteien für eine Kopie zu halten – gerade sie, die bis 2015 fraglos für deutsche Kultur, Patriotismus und gegen unkontrollierte Zuwanderung standen?

Wann wird endlich begriffen: Die hysterisch-arrogante Reaktion auf PEGIDA zeichnete den ebenso falschen, kontraproduktiven Umgang mit der AfD vor – und deren flächendeckender Aufstieg ist dafür die Quittung. Das wollt ihr nicht glauben? Na, dann siegt mal schön weiter!

 

Bildquelle: https://www.google.de/search?q=cdu+afd&rlz=1C1NIKB_deDE570DE570&tbm=isch&source=lnt&tbs=isz:l&sa=X&ved=0ahUKEwjO1obgjNzWAhVDbVAKHZLrBHIQpwUIHQ&biw=1536&bih=760&dpr=1.25#imgrc=3B35VAp4h1qpaM:

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